Internationales Projektmanagement: USA

Während in der japanischen Geschäftskultur viel Wert auf Abstimmungen und Klärungen vor dem Start eines Projekts gelegt wird, liegt das Hauptaugenmerk in den USA auf der ganz anderen Seite. Hier gilt noch der Spruch „Time is Money“ und führt zu einer handlungsorientierten Vorgehensweise. Das mag für uns Deutsche ein wenig unstrukturiert vorkommen und gewöhnungsbedürftig sein, ist letztendlich aber stark lösungsorientiert.

Alles ist excellent und exciting

Zunächst einmal erscheinen die US-amerikanischen Kollegen absolut begeistert von Ideen und Vorschlägen. Adjektive wie excellent, exciting oder great werden regelmäßig verwendet. Während in Deutschland ein Vorschlag durchaus in der Luft zerrissen wird, gibt es jenseits des Atlantiks zunächst einmal positive Resonanz.

Das heißt aber noch lange nicht, dass Ihr Vorschlag auch wirklich positiv gesehen oder gar umgesetzt wird. Denn die Kritik folgt etwas später und ist hier eher indirekt formuliert. So klar und deutlich wie in Deutschland artikuliert kaum jemand sein Missfallen.

Generell werden viele höfliche Floskeln ausgetauscht. Das beginnt schon bei der Begrüßung (How are you?) oder im Smalltalk (We should go there for dinner some day!) und oft haben diese Sätze keinerlei Verbindlichkeit. Man sollte sich also davor hüten, diese positive Einstellung zu ernst zu nehmen.

Im Projekt: Ärmel hochkrempeln und anfangen

Nach kurzem Smalltalk soll endlich gearbeitet werden. Und hier schlägt das lösungsorientierte Handeln voll durch. Während wir Deutschen erst ein Meeting oder gar einen ganztägigen Workshop in klarer Struktur durcharbeiten fragt sich der Amerikaner, warum wir so lange reden. Er möchte viel lieber sofort anfangen, es liegen doch so viele gute Ideen vor. Nach kurzer Diskussion zu den wichtigsten Fakten wird einfach angefangen.

Und dann gilt das Prinzip von Versuch und Irrtum, dass vielleicht nicht immer den geraden Weg nimmt. Aber durch eine hohe Aktivität und schnelle Iterationen nähert sich das Projekt auch so seinem Ziel. Dabei wird weniger einem ausgefeilten Plan gefolgt, sondern viel mehr der Blick auf das aktuell wichtige Thema gelenkt. Und während der Japaner noch Beziehungen aufbaut und der Deutsche noch plant, hat der Amerikaner bereits zwei Fehlversuche hinter sich.

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