Priorisieren heißt Verzichten

Wir alle müssen bei unserer Arbeit unzählige Anfragen bewältigen. Dabei werden wir ständig abgelenkt und haben Schwierigkeiten, uns auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Wer es aber schafft, sich nur auf eine einzige Aufgabe zu konzentrieren, der wird nicht nur schneller ein Ergebnis erzielen, sondern am Ende auch mehr schaffen.

Eine einzige Aufgabe auswählen

Wenn wir auf herkömmlichem Weg Prioritäten setzen, erhalten wir immer eine Liste mit mehreren Projekten und Aktivitäten, die wir in eine Reihenfolge gebracht haben und jetzt von oben nach unten abarbeiten.

Wir sind aber gefordert, eine viel schwerere Frage zu beantworten: Welches ist das eine Projekt, das ich jetzt beginne? Denn mit der Entscheidung für ein Projekt, entscheide ich mich gleichzeitig gegen alle anderen Projekte. Ich muss für mich festlegen, was jetzt nachrangig ist. Ich muss viele gute Ideen und sinnvolle Maßnahmen ablehnen und mich bewusst gegen sie entscheiden. Ich muss mir eingestehen, was ich alles nicht tun werde.

Und damit gewinne ich unglaublich viel. Ich kann jetzt meine gesamte Zeit und meine ganze Energie diesem einen Projekt widmen.

Alles andere streichen

Wenn Sie sich für ein einziges Projekt entschieden haben, folgt jetzt ein harter Schritt: Sagen Sie „Nein“. Bleiben Sie unbedingt konsequent und diszipliniert:

  • Lehnen Sie Ihre Mitarbeit in anderen Projekten ab.
  • Starten Sie keine weiteren Projekte
  • Versuchen Sie nicht „auf kleiner Flamme“ andere Dinge weiter zu machen
  • Verfolgen Sie keine weiteren Ideen, weil die ja so spannend sind

Und wenn Ihr Chef Ihnen einen zweites und drittes Projekt aufdrücken will? Dann erklären Sie ihm die Konsequenzen, nämlich dass Ihre Leistungsfähigkeit und die Ergebnisse der Projekte leiden werden. Bitten Sie ihn, zunächst ein Projekt abschließen und danach das nächste starten zu können. So bekommt er am Ende auch bessere Ergebnisse und tatsächlich mehr Output, als wenn Sie alles parallel versuchten. Und wenn er immer noch nicht hören will, dann schenken Sie ihm dieses Buch: The Effective Executive

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2 Gedanken zu “Priorisieren heißt Verzichten

  1. Hallo Hannes,

    Prioritäten zu setzen ist in der Praxis gar nicht so einfach.

    Du sprichst es selbst an: Sich selbst zu priorisieren, also eine Liste von Tätigkeiten zu bilden und diese dann abzuarbeiten, das ist eine Sache. Eine Priorität in das Projektportfolio zu bringen eine ganz andere.

    Das nur an einem einzigen Projekt gearbeitet wird, das halte ich für sehr schwierig. Gerade in großen Unternehmen. Eine Priorität ins Portfolio zu bringen, das ist machbar. Das Problem ist meistens, dass da sehr viele Befindlichkeiten mitspielen. Jeder Bereich/Abteilung möchte natürlich seine Projekte laufen haben, und sei es nur, um Budgets zu sichern.

    An sich ist es ja auch nicht falsch, mehrere Projekte parallel zu machen, so lange wie die Ressourcen vernünftig allokiert sind. Damit meine ich, dass man die Parallelität von einzelnen Personen weitestgehend fernhält, damit diese fokussiert arbeiten können.

    Eine einfache Devise lautet: Stop Starting, Start Finishing. Das drückt sehr einfach aus, worum es geht. Kaufmännisch, und darum geht es im Business ja, ist das auch sinnvoll. Starte man mehr, kann man erst mal nicht mehr fakturieren, sondern bindet nur Ressourcen. Beendet man mehr, dann ist auch mehr fakturierbar.

    Grüße
    Sven

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    • Hallo Sven,
      Du hast sicher recht, dass in der Praxis mehrere Projekte gleichzeitig bearbeitet werden müssen. Insbesondere wenn eine Person mit einem Projekt alleine nicht ausgelastet ist. Und dann sind Deine Hinweise sehr wertvoll, danke dafür.
      Grüße
      Hannes

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