Anleitung für professionelle Präsentationen. Teil 3: Gestalten und Erstellen

Teil 1: Aufbau und Struktur
Teil 2: Das Pyramidale Prinzip von McKinsey
Teil 3: Gestalten und Erstellen

Die ersten zwei Teile dieser Anleitung beschreiben, wie eine Präsentation strukturiert wird. Jetzt geht es jetzt um die Gestaltung der Folien. Wenn die Struktur einmal steht, ist der nächste Schritt ganz einfach:

Eine Botschaft pro Seite

Die Pyramidale Struktur hat die Kernaussage an die Spitze gestellt, darunter folgen die hierarchisch gegliederten Argumente. Jeder Punkt dieser Pyramide wird nun in jeweils eine Seite in der Präsentation umgesetzt. Noch sollten alle Seiten leer sein und Sie widmen sich zunächst der Überschrift. Entsprechend Ihrer Pyramide erhält jede Seite jetzt einen aussagekräftigen Titel. Hier verwenden Unternehmensberater immer sogenannte „Action Titles“: Statt einfach nur „Kernbotschaft“ oder „Zusammenfassung“ zu schreiben, steht im Titel eine inhaltliche Zusammenfassung der jeweiligen Folie. Also zum Beispiel „Drei Regionen liefern X Euro zum Firmenwachstum“ oder „Neues Produkt Y überzeugt wesentliche Zielgruppen“. Wenn Sie jetzt in Ihrer Präsentation nur die Überschriften lesen, dann können Sie die Struktur und auch die inhaltlichen Aussagen gesamten Präsentation erfassen.

Das wichtigstes Gestaltungselement: Nichts

Schauen Sie sich mal die Website von Apple an. Es gibt dort einen weißen Hintergrund und ganz viel leere Fläche. Das wirkt zum einen sehr edel, zum anderen sorgt es für eine sehr ruhige Darstellung und stellt die wenigen Produkte in den Vordergrund. Genauso sollte eine Präsentationsfolie gestaltet sein: Wenige wichtige Aussagen mit ausreichend Freiraum auf der Folie. Das sorgt für eine ruhige Folie und ermöglicht dem Betrachter, sofort das Wesentliche zu erfassen.

Schriften und Farben

Dieser Punkt kann in zwei Worten zusammengefasst werden: Keine Experimente! Suchen Sie sich eine Schriftart aus und bleiben Sie dabei. Nehmen Sie keine außergewöhnliche und schon gar keine verschnörkelte Schrift. Die Lesbarkeit steht eindeutig im Vordergrund. Dazu gehört auch eine ausreichend große Schriftart von mindestens 20 Punkten. Und je größer die Schrift, desto weniger Text passt auf die Folie – und das soll so sein! Nehmen Sie einen weißen Hintergrund und setzen Sie wenige Farben gezielt ein. Die Farben sollten kontrastreich sein, so dass Sie auf einem Beamer und im Schwarz-Weiß-Druck gut erkennbar sind. Suchen Sie sich zwei, drei Farben aus der Standard-Palette aus und bleiben Sie dabei.

Texte, Bilder und Diagramme

Möchten Sie gemeinsam mit Ihrem Publikum den Text auf der Folie lesen? Oder möchten Sie etwas erzählen und das Publikum soll Ihnen dabei zuhören? In diesem zweiten Fall muss die Aussage der gesamten Folie in 3 Sekunden zu erfassen sein! Wenn Sie eine neue Folie zeigen, werden alle Augen zunächst auf die Leinwand fokussiert sein. Erst wenn das Publikum die Folie erfasst hat, wendet sich die Aufmerksamkeit wieder dem Vortragenden zu.

Reduzieren Sie die Anzahl der Wörter so weit wie möglich. Machen Sie aus ganzen Sätzen nur Stichpunkte oder gar einzelne Wörter – wie in diesem Beispiel:

  • Der Marktzugang in Asien lief in der Vergangenheit zu 70% über Händler
  • Markzugang Asien: 70 % über Händler
  • 70% Händler

Im Endeffekt sind die einzelnen Stichpunkte wie Überschriften in einer Zeitung. Jeder Punkt steht für eine ganze Geschichte – die Sie dann wiederum erzählen können.

Bei Bildern gibt es grundsätzlich zwei Klassen: Fotos und Illustrationen. Fotos sind Bilder von echten Menschen oder Maschinen. Illustrationen sind gezeichnete Grafiken. Die Bilder in Ihrer Präsentation sollten einer einheitlichen Stilrichtung folgen und die Lebenswelt Ihrer Zuhörer aufgreifen. Hervorragende, kostenlose Bilder gibt es übrigens auf Pixabay.

Viele Diagramme in PowerPoint sind einfach von Excel kopiert. Diese haben aber häufig zu viele Informationen und sind viel zu klein in der Darstellung. Reduzieren Sie auch das Diagramm auf Ihre Kernaussage. Wenn Sie nur zwei Zahlen vergleichen wollen, dann zeigen Sie nur zwei Balken oder zwei Kreise, die diese Zahlen repräsentieren. Bei vielen anderen Diagrammen lassen sich auch einzelne Werte oder Linien hervorheben. Betonen Sie das, was Ihnen wichtig ist, und lassen Sie alles andere weg.

Zu guter Letzt

Effekte und Animationen haben entweder einen Zweck – oder in einer Präsentation nichts verloren. 3D-Effekte, Spiegelungen und Bewegungen sehen manchmal nett aus, helfen aber selten weiter, und stören meistens nur. Das gleiche gilt für Folienübergänge, die keinen Mehrwert schaffen, sondern nur von Ihnen und Ihrer Botschaft ablenken.


Buchempfehlungen zum Thema:

slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln

Garr Reynolds: Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren

 

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2 Gedanken zu “Anleitung für professionelle Präsentationen. Teil 3: Gestalten und Erstellen

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