Der Level 5 Manager

Was unterscheidet die erfolgreichen Projektleiter von den weniger erfolgreichen? Was bringen diese Personen mit, dass sie ein Projekt durch alle Widrigkeiten ins Ziel bringen lässt? Schnell denkt man hier an charismatische Führungspersönlichkeiten wie Steve Jobs oder Mark Zuckerberg. Doch Charisma auf der Bühne und eine starke visionäre Kraft machen noch keinen guten Manager.

Der amerikanische Managementexperte Jim Collins hat in einer umfangreichen Studie ganz andere Faktoren identifiziert, die ein erfolgreiches Unternehmen ausmachen. Einer der wesentlichen Punkte ist laut Collins der sogenannte „Level 5 Manager“. Und ein Manager mit dieser „Level 5 Führungskompetenz“ stellt sich nicht ins Rampenlicht. Er ist bescheiden und zielstrebig.

Bescheidenheit

Ein Level 5 Manager hebt sich von einer rein effektiven Führungskraft dadurch ab, dass er ruhig und bestimmt ist. Seine Aktionen sind durchdacht und passen in das Gesamtbild. Er überlegt erst, bevor er handelt – anstatt nur impulsiv zu agieren. Er mag kein Charisma haben, das braucht er aber auch nicht. Statt dessen inspiriert er über die hohen Standards, die er setzt, die er jederzeit selbst zu erfüllen anstrebt, und die er von anderen verlangt. Den eigenen Ehrgeiz erwartet er auch von seiner Organisation und allen ihren Mitgliedern.

Zielstrebigkeit

An sich selbst stellt der Level 5 Manager nur die höchsten Ansprüche. Er liefert selbst nur die besten Ergebnisse und gibt sich nicht mit einem „gut“ oder gar einem „good enough“ zufrieden. Anstatt auf der Bühne zu brillieren, glänzt er bei der Arbeit. Und mit seiner Level-5-Führungskompetenz schafft er auch eine Organisation, die langfristig erfolgreich ist und damit letztendlich unabhängig wird von einer ausschließlich visionären oder charismatischen Führungspersönlichkeit.

Buchempfehlung

In seinem Buch Der Weg zu den Besten beschreibt Jim Collins neben dem Level 5 Manager weitere Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg. Basierend auf einer umfangreichen Studie erläutert Collins sehr praxisnah die Faktoren und Stellhebel für erfolgreiche Führungskräfte.

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Anleitung für professionelle Präsentationen. Teil 3: Gestalten und Erstellen

Teil 1: Aufbau und Struktur
Teil 2: Das Pyramidale Prinzip von McKinsey
Teil 3: Gestalten und Erstellen

Die ersten zwei Teile dieser Anleitung beschreiben, wie eine Präsentation strukturiert wird. Jetzt geht es jetzt um die Gestaltung der Folien. Wenn die Struktur einmal steht, ist der nächste Schritt ganz einfach:

Eine Botschaft pro Seite

Die Pyramidale Struktur hat die Kernaussage an die Spitze gestellt, darunter folgen die hierarchisch gegliederten Argumente. Jeder Punkt dieser Pyramide wird nun in jeweils eine Seite in der Präsentation umgesetzt. Noch sollten alle Seiten leer sein und Sie widmen sich zunächst der Überschrift. Entsprechend Ihrer Pyramide erhält jede Seite jetzt einen aussagekräftigen Titel. Hier verwenden Unternehmensberater immer sogenannte „Action Titles“: Statt einfach nur „Kernbotschaft“ oder „Zusammenfassung“ zu schreiben, steht im Titel eine inhaltliche Zusammenfassung der jeweiligen Folie. Also zum Beispiel „Drei Regionen liefern X Euro zum Firmenwachstum“ oder „Neues Produkt Y überzeugt wesentliche Zielgruppen“. Wenn Sie jetzt in Ihrer Präsentation nur die Überschriften lesen, dann können Sie die Struktur und auch die inhaltlichen Aussagen gesamten Präsentation erfassen.

Das wichtigstes Gestaltungselement: Nichts

Schauen Sie sich mal die Website von Apple an. Es gibt dort einen weißen Hintergrund und ganz viel leere Fläche. Das wirkt zum einen sehr edel, zum anderen sorgt es für eine sehr ruhige Darstellung und stellt die wenigen Produkte in den Vordergrund. Genauso sollte eine Präsentationsfolie gestaltet sein: Wenige wichtige Aussagen mit ausreichend Freiraum auf der Folie. Das sorgt für eine ruhige Folie und ermöglicht dem Betrachter, sofort das Wesentliche zu erfassen.

Schriften und Farben

Dieser Punkt kann in zwei Worten zusammengefasst werden: Keine Experimente! Suchen Sie sich eine Schriftart aus und bleiben Sie dabei. Nehmen Sie keine außergewöhnliche und schon gar keine verschnörkelte Schrift. Die Lesbarkeit steht eindeutig im Vordergrund. Dazu gehört auch eine ausreichend große Schriftart von mindestens 20 Punkten. Und je größer die Schrift, desto weniger Text passt auf die Folie – und das soll so sein! Nehmen Sie einen weißen Hintergrund und setzen Sie wenige Farben gezielt ein. Die Farben sollten kontrastreich sein, so dass Sie auf einem Beamer und im Schwarz-Weiß-Druck gut erkennbar sind. Suchen Sie sich zwei, drei Farben aus der Standard-Palette aus und bleiben Sie dabei.

Texte, Bilder und Diagramme

Möchten Sie gemeinsam mit Ihrem Publikum den Text auf der Folie lesen? Oder möchten Sie etwas erzählen und das Publikum soll Ihnen dabei zuhören? In diesem zweiten Fall muss die Aussage der gesamten Folie in 3 Sekunden zu erfassen sein! Wenn Sie eine neue Folie zeigen, werden alle Augen zunächst auf die Leinwand fokussiert sein. Erst wenn das Publikum die Folie erfasst hat, wendet sich die Aufmerksamkeit wieder dem Vortragenden zu.

Reduzieren Sie die Anzahl der Wörter so weit wie möglich. Machen Sie aus ganzen Sätzen nur Stichpunkte oder gar einzelne Wörter – wie in diesem Beispiel:

  • Der Marktzugang in Asien lief in der Vergangenheit zu 70% über Händler
  • Markzugang Asien: 70 % über Händler
  • 70% Händler

Im Endeffekt sind die einzelnen Stichpunkte wie Überschriften in einer Zeitung. Jeder Punkt steht für eine ganze Geschichte – die Sie dann wiederum erzählen können.

Bei Bildern gibt es grundsätzlich zwei Klassen: Fotos und Illustrationen. Fotos sind Bilder von echten Menschen oder Maschinen. Illustrationen sind gezeichnete Grafiken. Die Bilder in Ihrer Präsentation sollten einer einheitlichen Stilrichtung folgen und die Lebenswelt Ihrer Zuhörer aufgreifen. Hervorragende, kostenlose Bilder gibt es übrigens auf Pixabay.

Viele Diagramme in PowerPoint sind einfach von Excel kopiert. Diese haben aber häufig zu viele Informationen und sind viel zu klein in der Darstellung. Reduzieren Sie auch das Diagramm auf Ihre Kernaussage. Wenn Sie nur zwei Zahlen vergleichen wollen, dann zeigen Sie nur zwei Balken oder zwei Kreise, die diese Zahlen repräsentieren. Bei vielen anderen Diagrammen lassen sich auch einzelne Werte oder Linien hervorheben. Betonen Sie das, was Ihnen wichtig ist, und lassen Sie alles andere weg.

Zu guter Letzt

Effekte und Animationen haben entweder einen Zweck – oder in einer Präsentation nichts verloren. 3D-Effekte, Spiegelungen und Bewegungen sehen manchmal nett aus, helfen aber selten weiter, und stören meistens nur. Das gleiche gilt für Folienübergänge, die keinen Mehrwert schaffen, sondern nur von Ihnen und Ihrer Botschaft ablenken.


Buchempfehlungen zum Thema:

slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln

Garr Reynolds: Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren

 

Anleitung für professionelle Präsentationen. Teil 2: Das Pyramidale Prinzip von McKinsey

Teil 1: Aufbau und Struktur
Teil 2: Das Pyramidale Prinzip von McKinsey
Teil 3: Gestalten und Erstellen

Sie haben ein Ziel? Sie haben Ihre Kernaussage? Sie kennen Ihre Zielgruppe? Dann kommt jetzt die Krönung: Die Pyramide. Entwickelt von der McKinsey-Beraterin Barbara Minto ist Das Prinzip der Pyramide heutzutage die Grundstruktur jeder erfolgreichen Berater-Präsentation.

Die Pyramide beginnt an der Spitze mit Ihrer Kernaussage. Diese steht nach einer kurzen Einleitung tatsächlich am Beginn der Präsentation. Sie stellen also das Ergebnis als erstes vor. Und weil Ihre Kernbotschaft so kurz ist, passt Sie auch auf eine Folie.

Danach folgen die Begründung und die Details in einer klaren hierarchischen Struktur. In drei (bis maximal fünf) Kapiteln untermauern Sie Botschaft und liefern die Argumentation für Ihre Kernaussage.

Die einzelnen Argumente sind dabei alles parallele Aussagen, so dass jede für sich stehen kann. Dabei ist wichtig, dass diese sauber voneinander abgegrenzt sind. Hier gilt dann das GÜTE-Prinzip:

  • G – Gleichartig: Die einzelnen Argumente sollten von einer Art sein. Es können verschiedene Regionen, Kundengruppen oder Projektbausteine sein. (Aber nicht Regionen und Kunden vermischt.)
  • Ü – Überschneidungsfrei: Die einzelnen Argumente überlappen sich nicht, sondern sind klar abgegrenzt.
  • T – Treffend: Hier geht es klar um faktenbasierte Aussagen, die kurz und prägnant formuliert sind.
  • E – Erschöpfend: Alle wesentlichen Argumente sind erfasst und benannt.

Jedes der drei (oder vier oder fünf) Kapitel kann durch weitere Seiten untersetzt werden, so dass Sie am Ende eine hierarchische Struktur Ihrer Pyramide erstellt haben. Der Vortrag selbst kann dadurch auch sehr flexibel gestaltet werden:

  • Mit der ersten Seite ist bereits alles wesentliche gesagt
  • Ist die Zeit sehr knapp, beschränken Sie sich auf die Kernaussage und die drei Kapitel-Seiten
  • Gibt es Rückfragen, können Sie in einzelne Kapitel gezielt eintauchen – während Sie andere überspringen

Der große Vorteil ist: Ihre Kernbotschaft wird auf jeden Fall kommuniziert. Und die Präsentation ist in jeder Form eine überzeugende, in sich geschlossene Geschichte mit einem roten Faden.

Weiter zu Teil 3: Gestalten und Erstellen

Buchempfehlungen zum Thema:

In dem Buch Das Prinzip der Pyramide: Ideen klar, verständlich und erfolgreich kommunizieren erläutert die McKinsey-Beraterin Barbara Minto, wie Präsentationen von Beratern aufgebaut werden.

Das Buch Key Message Delivered: Business-Präsentationen mit Struktur baut auf dieser Vorgehensweise auf und bietet umfangreiche Praxistipps für die eigene, überzeugende Präsentation.

Anleitung für professionelle Präsentationen. Teil 1: Aufbau und Struktur

Teil 1: Aufbau und Struktur
Teil 2: Das Pyramidale Prinzip von McKinsey
Teil 3: Gestalten und Erstellen

In der heutigen Arbeitswelt kommt niemand mehr an Präsentationen vorbei: Ein Projekt vor der Geschäftsführung oder dem Lenkungskreis vorstellen. Dem Kunden ein neues Konzept präsentieren. Unternehmensberater, die ihre Ergebnisse vorstellen. Immer werden PowerPoint-Präsentationen eingesetzt. Diese Anleitung beschreibt in drei Teilen den Weg zu einer professionellen und vor allem überzeugenden Vorstellung.

Was wollen Sie erreichen?

So simpel die Frage auch klingen mag, so entscheidend ist sie für einen erfolgreichen Auftritt. Wer sich nicht sicher ist, was er überhaupt will, der braucht gar nicht erst anfangen. Selbst ein scheinbar einfaches „Stellen Sie doch mal kurz Ihr Projekt bei uns vor“ sollte nicht in wahllos zusammenkopierten Folien enden. Sie haben eine Botschaft zu vermitteln, Sie möchten etwas erreichen.

Es gibt zwei mögliche Leitfragen:

  • Was sollen Ihre Zuhörer am Ende wissen oder mitnehmen? Hier soll das Publikum von etwas überzeugt werden oder über etwas Neues informiert werden. Die Präsentation hat die Aufgabe, diese Informationen oder Meinungen zu vermitteln.
  • Was benötigen Sie von Ihren Zuhörern? In diesem Fall brauchen Sie eine Entscheidung für Alternativen oder die Zustimmung zu Ihren Plänen. Die Präsentation muss dann diesen Punkt herbeiführen.

Wie lautet Ihre Kernaussage?

Die meisten Präsentationen sind einfach zu lang und zu unstrukturiert. Es gibt einfach zu viele Inhalte, die unbedingt gezeigt werden wollen. Hier geht es aber nicht darum zu zeigen, was man alles weiß oder erreicht hat.

Orientieren Sie sich an Ihrer Leitfrage und an Ihren Zuhörern. Was ist wirklich wichtig? Was wollen Sie Ihren Zuhörern sagen? Zu Beginn werden Sie wahrscheinlich mehrere Stichpunkte sammeln. Verdichten Sie diese dann auf einen einzigen Satz. Ihre Kernaussage ist die Zusammenfassung und der Einstieg in die Präsentation. Es ist Ihre zentrale Botschaft.

In dem klasse Buch Was bleibt: Wie die richtige Story Ihre Werbung unwiderstehlich macht stellen die Autoren Chip und Dan Heath das SUCCESS-Prinzip vor für Botschaften, die haften bleiben:

  • Simplicity: Sagen Sie’s einfach
  • Unexpectedness: Verblüffen Sie durch Unerwartetes
  • Concreteness: Werden Sie konkret
  • Credibility: Bleiben Sie glaubwürdig
  • Emotions: Zielen Sie auf das Gefühl
  • Stories: Erzählen Sie Geschichten

Diese Kernaussage ist die Essenz Ihrer Präsentation und wird nachher auch für die Struktur das führende Element sein.

Manager oder Experten?

Wenn die Kernaussage der Präsentation steht, geht es jetzt um die Zielgruppe. Wer sind die Adressaten der Präsentation? Werden Sie vor einer Expertenrunde stehen und über technische Details referieren? Oder dürfen Sie Ihre Botschaft einer Managerrunde aus Abteilungsleitern oder gar Geschäftsführern vorstellen?

Die Präsentation ist in Aufbau, Inhalt und Darstellung grundlegend verschieden – je nach Zielgruppe. Es wäre fatal, die Folien aus dem letzten Team-Meeting für die Vorstandsetage zu verwenden.

Ein Manager hat nur wenig Zeit und damit auch wenig Geduld. Er möchte schnell erfassen, worum es geht und was er jetzt wissen, tun oder entscheiden muss. Er interessiert sich nicht für die vielen kleinen Details, denn dafür hat er ja Sie. Daher muss die Präsentation kurz sein und sofort auf den Punkt kommen. Das wichtigste steht ganz zu Beginn.

Weiter zu Teil 2: Das Pyramidale Prinzip von McKinsey

Buchempfehlungen zum Thema:

Das Buch Was bleibt: Wie die richtige Story Ihre Werbung unwiderstehlich macht wie Sie Geschichten erzählen, die im Gedächtnis bleiben.

Die Bestseller-Autorin Nancy Duarte schreibt in resonate: oder wie Sie mit packenden Storys und einer fesselnden Inszenierung Ihr Publikum verändern über Geschichten, die das Publikum emotional erreichen und mitreißen.