Psychologische Fallen entwerten jede Projektplanung

Im Projektmanagement gibt es einen eklatanten Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Was im Seminar noch logisch und stringent erscheint, wird in der Praxis schnellstens überholt sein. Grund sind psychologische Fallen, die jeder kennen sollte.

In unzähligen Seminaren, Schulungen und Kursen wird Projektmanagement gelehrt. In manchen Bereichen scheint es fast das Allheilmittel für ein komplexeres Umfeld oder gar die neue Art zu arbeiten zu sein. Ohne Projektmanagement wären wir in der modernen Berufswelt nicht arbeitsfähig. Und so lernen wir alle fleißig Projektstrukturplanung, Meilensteine, Gantt-Diagramme und Netzplantechnik kennen. Doch all das ist wertlos, wenn wir nicht die psychologischen Fallen der Planung kennen und sie umgehen.

Jeder Mensch überschätzt sich und seine Fähigkeiten. Das ist leider eine bewiesene Tatsache, die die psychologische Forschung in zahlreichen empirischen Untersuchungen belegen konnte. Der Grund ist, dass wir unseren eigenen Beitrag umfangreicher und deutlicher wahrnehmen als die Leistungen der anderen. Leistungen der anderen, die für uns nicht sichtbar sind, sind für unser Denken einfach nicht da. Und damit wird unsere eigene Leistung immer größer sein.

Zusätzlich erinnern wir uns einfacher an unsere Erfolge. In der Rückschau ist es angenehmer und damit für unser Denken leichter, sich an die positiven Dinge zu erinnern. Misserfolge verblassen mit der Zeit und werden auch eher äußeren Faktoren angelastet als unserer eigenen schlechten Planung. Diese Faktoren gelten auch für eine Gruppe, wenn der Projektleiter gemeinsam mit seinem Projektteam die Zeitplanung  macht.

Wie können diese Fallen vermieden werden? Zum einen sind Vergleiche aus der Vergangenheit hilfreich: Kramen Sie im Gedächtnis des Projektteams, wie lange es tatsächlich gedauert hat. Fragen Sie Kollegen mit vergleichbaren Projekten, wie lange sie für die einzelnen Phasen wirklich benötigt haben. Zwingen Sie Ihr Denken dazu, nicht die angenehme Lösung zu akzeptieren, sondern hinterfragen Sie Ihre eigene Einschätzung.

Zum anderen ist eine externe Bewertung aufschlussreich: Es hat sich gezeigt, dass der Projektleiter und das Projetteam immer zu einer zu optimistischen Einschätzung kommen. Fragen Sie aber Außenstehende nach deren Abschätzung, erhalten Sie tendenziell eine pessimistische Einschätzung. Nutzen Sie sich diese Abfrage, um Ihre blinden Flecken auszuleuchten und die psychologischen Fallen zu umgehen.

Sie glauben, das trifft auf Sie nicht zu? Dann lassen Sie sich den folgenden Satz ganz langsam auf der Zunge zergehen: Die Mehrheit der Menschen glaubt, mehr positive Erlebnisse zu haben als der Durchschnitt. (Quelle)

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