Misserfolg mit System

Studien und Fallbeispiele zu erfolgreichen Projekten gibt es viele. Aber wer hat bisher gefragt, warum ein Projekt misslingt und seine Ziele nicht erreicht? Antworten darauf gibt eine Studie der GPM, veröffentlicht im Magazin PMaktuell.

Die Probleme mit dem stärksten Einfluss auf den Projekterfolg sind: Unklare Projektziele, Änderungen in der Aufgabenstellung nicht erkannt, unvollständige Machbarkeitsanalyse im Vorfeld und sich ändernde Anforderungen durch den Kunden.

Für diese Aufgabenfelder gibt es eigentlich ausreichend Standards und Werkzeuge, so dass deren grundsätzliches Fehlen oder die Unkenntnis darüber nicht die Ursache sein kann. Und auch die Erreichbarkeit des Lenkungskreises oder andere regelmäßige Abstimmungen wurden in dieser Studie als problemlos bewertet.

Wo aber liegt dann das Problem? Tatsächlich geht es um eine rechtzeitige und offene Kommunikation sowie den Mut schwierige Themen anzusprechen. Der Projektleiter begegnet seinem Auftraggeber und Kunden nicht auf Augenhöhe. Er berät ihn nicht offen und umfassend, was im Projekt realisierbar ist und dass seine neuen Anforderungen Auswirkungen auf die ursprünglich vereinbarte Planung haben. Hier können sowohl Schulungen für Projektleiter unterstützen, als auch ein klares Mandat und die Unterstützung durch den Projektsponsor.

Abschließend wertete die Studie die häufigsten (nicht schwersten!) Probleme aus, unterschieden je nach Projektart. Bei externen Kundenprojekten ist das am häufigsten auftretende Problem, dass sich die Anforderungen des Kunden ändern. Bei internen Projekten steht die unvollständige Ressourcenplanung an erster Stelle, gefolgt von unklaren Rollen und Verantwortlichkeiten zwischen Projekt und Linienorganisation.

Auch wenn die kleine Stichprobe mit 151 Teilnehmern nicht repräsentativ sein kann, so gibt es doch wertvolle Hinweise auf besonders beachtenswerte Aspekte im eigenen Projekt.