Projektleiter in der Tretmühle bis zum Burnout

Projektleiter haben interessante, vielfältige und verantwortungsvolle Aufgaben. Projektleiter lernen häufig neue Themen und Herausforderungen kennen. Und Projektleiter bekommen schnell einen Burnout. Eine Studie der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. hat diese Gefahr näher untersucht und die Ergebnisse hier veröffentlicht.

Zunächst empfehlen die Autoren die „üblichen“ Entspannungsmethoden und Erholungsphasen für jeden einzelnen. Wichtig und richtig ist hier auch der Hinweis, nur dann eine Projektleitung anzunehmen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Aus Führungssicht helfen den Projektleitern und Mitarbeitern ein wertschätzender Führungsstil und eine Arbeitsorganisation, die häufige Unterbrechungen der Arbeit vermeidet.

Besonders interessant sind aber einzelne Erkenntnisse der Umfragen. So haben Mitarbeiter in leitenden Funktionen eine geringere Gefährdung als Mitarbeiter in Projekten! Und es gibt einen Zusammenhang zur Berufserfahrung. Je länger ein Mitarbeiter im Projektgeschäft tätig ist, desto effektiver wird sein Arbeitsstil – aber auch desto weniger zynisch begegnet er seiner Arbeit!

Die wahren Gründe für die Burnout-Gefahr bei Projektleitern und -mitarbeitern finden sich auch in der Studie:

  • Neben dem Job hat fast die Hälfte aller Befragten noch eine private Zusatzbelastung. Häufig müssen Kinder betreut werden, oder ein Ehrenamt wird ausgeübt oder eine berufliche Weiterbildung läuft nebenbei.
  • Fehlende Zielvorgaben im Projekt erschweren die Arbeit, erhöhen die Belastung und lassen auch das Erfolgsgefühl ein Ziel erreicht zu haben vermissen.
  • Zu guter Letzt sorgen ständige Unterbrechungen für eine mangelnde Konzentration und Ruhe, so dass der Mitarbeiter häufig gestresst und unter Zeitdruck arbeiten muss.

Eine der offensichtlichen Ursachen findet sich gleich zu Beginn bei den Rahmenbedingungen der Studie: Im Durchschnitt sind in einem Projekt 11 Mitarbeiter aus 7 Abteilungen. Und wenn das nicht schon genug Koordinationsaufwand wäre, dann gibt es noch 10 Auftraggeber, 6 Dienstleister und 23 Stakeholder, die betreut werden müssen. Und das ganze auf 6 Standorten verteilt.

Die von Firmen angebotene Hilfe, im Homeoffice zu arbeiten, bewirkt aus meiner Sicht das Gegenteil. Anstatt Ruhe und Entspannung zu Hause zu finden, sind Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz, zerrissen zwischen Arbeit, Familie und Freizeit und vor lauter Stakeholdern und Abstimmungsmeetings nicht in der Lage ihren eigentlichen Job zu machen.

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